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Mottoshow 2 – insgesamt eine schwache Vorstellung

Verfasst von berto am März 23, 2008

Sahra Drone, letzte Woche noch Mit-Favoritin, musste zu Recht gehen. Kaum ein Kandidat konnte beim Thema Filmhits überzeugen.

Wer weiß den Grund, warum in der 2. Mottoshow fast alles anders zu sein schien, als in den letzten Wochen? Lag es am miserablen Osterwetter, dass auch unseren „Möchte-Gern-Superstars“ zu Kopf gestiegen ist? Oder liegen die Gründe vielmehr in der Vermarktung der Superstars, die RTL seit letzter Woche mit dem Erscheinen der ersten CD und ab nächster Woche mit dem neuen DSDS-Magazin und einer Mini-Tournee ohne Unterlass vorantreibt? Ganz sicher sind einige Kandidaten diesem Medienrummel noch nicht gewachsen! Warum haben sich die Superstars gemeinsam mit ihren Gesangs-Coaches ausgerechnet diese Titel gewählt? Überwiegend Balladen und Schmusesongs wurden vorgetragen, die leise und ruhige Töne von den Gesangsstars abforderten. Damit war ein Großteil der Superstars überfordert. Entweder wurden die Noten nicht richtig getroffen oder es fehlte das ausreichende Volumen, die entscheidenden Passagen annähernd wie vom Original gewohnt vorzutragen.Es gäbe ganz sicher noch zahlreiche andere Gründe für die überwiegend emotionslosen Auftritte und schiefen Töne zu finden, aber lassen wir es hier mit weiteren Mutmaßungen bleiben. Positiv erwähnen muss man das kritische Publikum, dass mit seinem Telefon-Voting der noch letzte Woche in den Superstar-Himmel gehobenen Soul-Queen Sahra Drone an diesem Abend wegen ihrer grottenschlechten Leistung die Telefonstimme verweigerte und sie damit nach Hause schickte.Doch der Reihe nach. Angefangen hat das Desaster mit drei Vorträgen, nach denen sich mancher neugierige Fernsehzuschauer ganz sicher entschieden hat, das Programm zu wechseln. Collins Owusu versuchte sich mit “Everybody Needs Somebody” von The Blues Brothers, die später ausgeschiedene Sahra Drone mit “Too Lost In You” von den Sugababes und der kleine Benni Herd mit “Stand By Me” von Ben E. King.

Das war kein gelungener Start in eine Samstagabend Unterhaltungsshow. Die negativen Urteile der Jury geben die Stimmung in etwa wieder: Dieter Bohlen musste Collins daran erinnern, dass er hier nicht in seinem Penny-Markt sondern auf der großen DSDS-Bühne stehe während Bär seinen Vortrag als „stimmlich war das echt Mittelmass“ bewertete. Bei Sahra war die Jury überrascht. Während Bohlen sie bereits auf der „Überholspur“ sah, bewertete er ihren heutigen Auftritt mit der Bezeichnung „Sackgasse“. Noch schlimmer das Urteil von Bär: „die erste Hälfte voll versemmelt“ und der Gesang war „echt grenzwertig“. Anja Lukaseder lag mit ihrer Bewertung richtig. Wie kann sich eine Kandidatin einen Titel aussuchen, der eigentlich von einem Trio (Sugababes) gesungen wird?Als dritter und letzter Kandidat vor der ersten Werbepause dann der Publikumsliebling der weiblichen Teenies, Benni Herd. Obwohl sich Dieter Bohlen seit einigen Sendungen mit seinen krassen Urteilen zurückhält, hier traf er voll ins Schwarze: Einen „Haufen Elend, der keinen Ton trifft“ habe er gesehen, „von Benny King bis Benny Herd sind Galaxien“. Was soll der junge Mann auch tun? Erst wurde er als Entertainer und „Rampensau“ gefeiert, dann hagelte es Kritik für seine nervige Zurschaustellung („Deutschland braucht mich“) und jetzt versucht er es mit seiner Stimme, die Bär zu dem treffenden Urteil „lern’ Singen oder geh, Entertainement ist nicht alles“ verleitete.Ein wenig besser wurde es nach der ersten Werbepause. Stella Salato und Monika Ivkic trugen Titel von Whitney Houston vor (”Run To You” aus Bodyguard und “I’m Every Woman” aus Schokolade zum Frühstück) und Rania Zeriri, die Bohlen in der letzten Show noch wegen ihrer wunderschönen Augen mit Pocahontas verglichen hatte, wagte sich an “Colors Of The Wind” aus ebendiesem Film heran.

Stella war heute gutes Mittelmaß, nicht mehr. So konzentrierten sich die männlichen Juroren auf ihr „geiles“ Aussehen, während Anja differenzierter bewertete: „Du triffst die Töne, hast aber Probleme mit dem Timing. Wenn Du das beherrschst, hast Du mehr Drive“. Bohlen wagte einen Vergleich von Monika mit Sarah Conner, Bär verglich sie gar mit einer „Disco Queen“ und Anja bewertete „Deine Stimme hat Herz und Seele, Du gehörst hierher“. Nicht ganz so überzeugen konnte Rania. Bär konstatierte: „gegen die weibliche Konkurrenz kann sie nicht anstinken“, den „Zenith“ habe Rania mit ihrem heutigen Vortrag bereits überschritten.Blieben noch drei Kandidaten, von denen Thomas Godoj und Fady Maalouf mit “Same Mistake” aus P.S. Ich liebe dich und “She’s Like The Wind” aus Dirty Dancing absolute Filmschnulzen vortrugen sowie das 16-jährige Ausnahmetalent Linda Teodosiu mit “Goldeneye” aus James Bond 007. Im Vergleich zu den bisher gesehenen Auftritten überzeugten diese Superstars mehr oder weniger und entschädigten die Zuschauer für das bisher Gesehene mit relativ guten Vorträgen. Zu Fady Maaloufs Stimme mögen Schnulzen noch passen, aber der Rocker Thomas Godoj hat eine kräftige Stimme und kann bedeutend mehr, als an diesem Abend zu sehen war. Während Dieter sich in seinem Urteil („guter Vortrag“) noch zurückhielt, brachte es Anja auf den Punkt: „grandios gesungen, Du rockst die Show Alter!“.
Zu Fady passte die Schnulze aus Dirty Dancing erheblich besser und so sah die Jury in ihm zum Schluss den Sieger des Abends. Linda überzeugte auch heute, allerdings haben wir von ihr bereits gelungenere Beiträge gehört. Wenn man die Augen schließe und ihr zuhöre, so Bohlen, habe man bei Lindas Vortrag den Eindruck, als würde hier keine 16-jährige sondern bereits eine 40-jährige auf der Bühne stehen. Linda muss sich in den nächsten Mottoshows darum bemühen, den Vorteil ihrer Jugend besser herauszustellen, „selbst Kind (zu) bleiben“, so wie sie dies im Einspielfilm bereits schon äußerte. Das Publikum wollte anscheinend ebenfalls diesem Wunsch Ausdruck verleihen, denn Linda wurde trotz ihrer Favoritenrolle erneut nach vorne gerufen und gehört damit auch weiterhin zu den Wackelkandidaten der alles entscheidenden Telefon-Juroren.
(Quelle: rp-online)

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